Was viele vielleicht noch nicht wussten; Bier kann mehr. Ja, man kann es sogar essen. Das stellt jetzt das Gründer-Team von [RE]BERT unter Beweis. Sie verwenden den oft auch als Abfallprodukt bezeichneten Biertreber zur Herstellung ihrer leckereren und nachhaltigen Produkte. Eric Galinski, einer der Gründer von [RE]BERT, hat uns Rede und Antwort gestanden.

Seit nunmehr zwei Jahren stellt Ihr Euren Müsliriegel her. Was unterscheidet Euren Riegel von den anderen?

Wir haben etwas, was andere Riegel nicht haben. Nach einem Upcycling-Produkt kann man im Riegelregal lange suchen. Durch den aufgewerteten Biertreber können wir aber genau so ein Produkt anbieten und damit einen kleinen Teil gegen die Lebensmittelverschwendung beitragen.

 

Eure Kunden verfolgen die Entstehung Eures Unternehmens auf Instagram. Welchen Stellenwert hat für Euch Social Media und wie nutzt Ihr diese Kanäle für Euch?

Transparenz ist für uns sehr wichtig. Unsere Follower auf den Sozialen Medien sollen möglichst ungefilterte Updates über die Themen bekommen, die uns gerade beschäftigen. Das passiert bei uns im Moment über Instagram und Facebook. Im ersten Jahr konnten wir ohne Ads bereits knapp 700 Menschen von unserem Produkt begeistern. Das ist für einen Riegel, den es in naher Zukunft erst zu kaufen gibt, nicht schlecht. Durch diese Reichweite ist die Crowdfunding-Kampagne auch sehr gut gelaufen.

 

Ihr habt den Namen Eures Unternehmens von BeerBar zur [RE]BERT geändert. Wie kam es zu diesem Schritt und wie habt Ihr es geschafft, im Anfangsstadium so etwas Sensibles wie den Firmennamenwechsel erfolgreich durchzuziehen?

Der Name BeerBar hat natürlich getriggert, das wissen wir auch. Die Beerdigung des Arbeitstitels ist uns auch sehr schwergefallen. Allerdings mussten viele bei dem Namen an eine Kneipe denken, nicht an einen Riegel. Die Fragen, ob denn in dem Riegel richtiges Bier enthalten ist oder ob er sogar nach Bier schmeckt, haben wir regelmäßig verneinen müssen.

Unser Ziel war es, den Biertreber ins Rampenlicht zu holen. Dazu musste das Wort Treber irgendwie in den Namen integriert werden. Daher das Palindrom. Viele verstehen es direkt, einige brauchen ein bisschen länger. Das ist aber auch absolut in Ordnung, ein kleines Gedankenspielchen schadet nicht.

 

Euer nächster Meilenstein ist die erste große Produktion. Welchen Tipp würdet Ihr anderen Gründern, die auch vor ihrer ersten Produktion stehen, mit auf den Weg geben?

Für uns war die Herstellersuche einer der schwierigsten Aufgaben. Wenn man sich als junges Unternehmen bei Lohnherstellern klein macht, hat man von Anfang an einen schwierigen Stand. Viele antworten erst nach Wochen oder ignorieren Anfragen komplett, sobald sie das Wort Start-up hören bzw. lesen.

Hier hilft es von Anfang an, professionell aufzutreten und den Start-up-Status möglichst nicht zur Sprache zu bringen – klingt komisch, hilft aber wirklich. Das fängt beim Versenden von Mail-Anfragen an und hört bei der Vorbereitung auf Telefongespräche und Rückfragen zu Zahlen, Daten und Fakten zum Unternehmen auf.

Hat man den Hersteller erst mal gefunden, ist die erste Produktion nur noch Verhandlungssache. Wir hatten Glück, dass unser Rezept sehr gut mit den Herstellungsprozessen des Herstellers harmoniert hat. Das MVP war schnell produziert und wir konnten bereits früh mit Geschmackstests beginnen und den Riegel für Analysen ins Labor schicken.